Die Kernaufgabe des THW im Zivil- und Katastrophenschutz ist die Rettung und Bergung von Personen und Sachwerten, insbesondere nach Teileinstürzen oder bei instabilen Strukturen. Ein hoher Ausbildungsstand erfordert daher Übungen unter realen Bedingungenn, die über die reine Theorie oder standardisierte Bauteile in der THW-Liegenschaft hinausgehen. Ein ungenutztes Gebäude, das aufgrund seines Zustandes zum Niederlegen vorgesehen war, bot die ideale Umgebung für ein praxisorientiertes Training. Der Zustand des Objekts ermöglichte es, wichtige und kritische Einsatzoptionen unter realen Bedingungen zu beüben.
Bevor die endgültige Abtragung des Gebäudes erfolgte, nutzten unsere Einsatzkräfte die Struktur für eine intensive Ausbildung. Hierzu rückten die Bergungsgruppe, sowie die Fachgruppen Schwere Bergung und Räumen aus. Im Fokus stand die Beübung von Szenarien, die bei Unglücksfällen mit beschädigten Bauwerken relevant sind:
Schaffen von Rettungsöffnungen: Geübt wurde der Umgang mit spezialisierten Aufbruchwerkzeugen (Betonkettensäge, Bohrhammer, Trennschleifer und Rettungssäge), um Zugang zu verschütteten Bereichen zu ermöglichen.
Kontrolliertes Niederlegen von Bauwerksteilen: Eine der zentralen Übungsziele war das sichere und kontrollierte Niederlegen von instabilen oder kritischen Bauwerksteilen, was eine wichtige Einsatzoption des THW darstellt.
Technikunterstützung: Zur Durchführung von Deckenöffnungen und zur allgemeinen Unterstützung kamen unser Teleskopstapler mit Arbeitskorb sowie das Einsatzgerüstsystem zum Einsatz.
Der eigentliche Rückbau des Gebäudes diente als Abschluss der Ausbildungseinheit. Das Objekt wurde mithilfe des Teleskopladers kontrolliert abgetragen: schrittweise das Dach, der Giebel und abschließend das restliche Mauerwerk.
Durch die Kooperation mit der Feuerwehr Eppenbrunn konnte das THW Pirmasens seine Einsatzfähigkeiten unter realistischen Bedingungen weiter vertiefen. Trotz aller Anstrengungen an diesem Tag, kam auch der Spaß dabei nicht zu kurz.

